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Quellen

Die Frage

Worauf stützen sich die Aussagen?

Passung ist einer der am besten untersuchten Zusammenhänge in der Organisations- und Konsumforschung. Die Arbeit stützt sich auf vier Blickwinkel. Jeder steht hier mit vollständiger Fundstelle, damit er ohne diesen Anbieter nachgeschlagen werden kann.

Blickwinkel 1

Organisationslehre

Benjamin Schneider beschrieb, dass Organisationen durch drei Filter entstehen: Anziehung, Auswahl und Abgang. In der Übersicht von Kristof-Brown, Schneider und Su gilt der Mechanismus unverändert.

Kristof-Brown, A. L.; Schneider, B.; Su, R. (2023): Person-Organization Fit. Personnel Psychology 76(2), S. 375–412.

Blickwinkel 2

Arbeitspsychologie

Dieselbe Übersicht gibt die Zahlen zweier älterer Metaanalysen wieder. Kristof-Brown, Zimmerman und Johnson (2005) berichten rho .44 für Arbeitszufriedenheit, .51 für Bindung, .07 für Gesamtleistung und −.14 für tatsächliche Fluktuation. Die höheren Werte .61 und .59 stammen aus Verquer, Beehr und Wagner (2003) und gelten nur für direkt erfragte Passungswahrnehmung; die Übersicht führt sie selbst auf Methodeneffekte zurück.

Was rho bedeutet
rho ist ein Korrelationskoeffizient zwischen 0 und 1. Keine Prozentangabe. Ein Wert von .44 heißt nicht, dass 44 Prozent erklärt werden.

Blickwinkel 3

Der Kunde

George Akerlof beschrieb, was geschieht, wenn Qualität vor dem Kauf nicht beurteilbar ist. Chernev, Böckenholt und Goodman werteten 99 Beobachtungen mit 7.202 Teilnehmern aus: zu große Auswahl lähmt erst unter vier Bedingungen. Am stärksten wirken das Entscheidungsziel und die Komplexität des Auswahlsatzes, am schwächsten die Unsicherheit über die eigene Präferenz.

Akerlof, G. A. (1970): The Market for Lemons. Quarterly Journal of Economics 84(3), S. 488–500.
Chernev, A.; Böckenholt, U.; Goodman, J. (2015): Choice Overload. Journal of Consumer Psychology 25(2), S. 333–358.

Gegenbefund, der hierhergehört: Scheibehenne, Greifeneder und Todd fanden über 63 Datenpunkte einen Effekt nahe null. Die Lähmung durch zu große Auswahl ist damit kein gesicherter Allgemeinbefund, sondern an Bedingungen geknüpft.

Scheibehenne, B.; Greifeneder, R.; Todd, P. M. (2010): Can There Ever Be Too Many Options? Journal of Consumer Research 37(3), S. 409–425.

Blickwinkel 4

Der Anbieter

Michael Spence zeigte, wann ein Signal glaubwürdig ist: wenn es für den Unpassenden teurer ist als für den Passenden. Übertragen heißt das, ein Anbieter muss Unpassende erkennbar aussortieren, auch wenn ihn das Umsatz kostet. Das ist der Grund für die Liste unter Methode, Abschnitt Passung.

Spence, M. (1973): Job Market Signaling. Quarterly Journal of Economics 87(3), S. 355–374.

Einwand

Was gegen die eigene Grundlage spricht

Die hohen Werte messen meist die empfundene Passung. Beim tatsächlichen Verhalten bricht der Zusammenhang ein – rho .07 bei der Leistung ist ein schwacher Befund. Und die Homogenität, die durch Anziehung, Auswahl und Abgang entsteht, verengt die Bandbreite einer Organisation. Welche Wirkung das auf Innovation hat, ist ungeklärt.

Dieser Einwand steht hier, weil er die eigene Grundlage schwächt. Eine Quellenseite, die nur das Stützende zeigt, ist Werbung.

Stand

Änderungen und Berichtigungen

Stand dieser Seite: 2. Oktober 2026. Erstfassung. Wird eine Angabe berichtigt, steht die Änderung hier mit Datum und dem, was vorher dastand.

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